Über
Das Begleit- und Diskursprogramm ist der zentrale Anker des Austausches innerhalb der Biennale. Es spielt mit dem Konstrukt „Ost“ wie auch mit dem Feuer. Welche Betrachtungen fließen in diese Sammelbegriffe ein? Zu wem, über wen und mit wem wird gesprochen?
Ausgangspunkt der Reise ist die Erkundung des Grenzlands Europas und vieles, was auf dem Weg dorthin liegt. Im Gepäck haben wir das Finden von Sprache, die Suche nach Verständnis, die Akzeptanz von Komplexitäten.
In einer Vielfalt von Vorträgen, Panels, Workshops, performativen Abenden und kulinarischen Events verstehen wir die Biennale mehr und die Welt ein bisschen weniger. Sei Teil davon! Dringlichkeit ist geboten in einer Welt, die morgen vielleicht nicht mehr existiert. Die Herausforderung ist zu verstehen, was die europäische Verfasstheit ist und wie wir sie gemeinsam gestalten.
Herzlich willkommen, im diskursiven Bildersturm, im tragischen Lichtblick, im suchenden Leuchtfeuer.
Weitere Informationen
Eintritt
Führungen
Sauna auf dem Dachgarten der Halle G
Das Vermittlungskonzept
Die Pochen Biennale 2024 wird feierlich eröffnet!
15:00 – Eröffnung der Jugendkunstausstellung mit dem Amt für Wunschentwicklung / Ort: Wirkbau, Halle A0
17:00 – Performance “Hard Style” der Künstlerin Henrike Naumann / Ort: Stadthalle
Gemeinsam mit De Nischelhupper & Friends und dem Chem-Valley Line Dancer Chemnitz e. V. erweckt sie darin das verdeckte Wandgemälde “Die Mechanisierung der Landwirtschaft” ihres Großvaters Karl Heinz Jakob zum Leben.
19:00 – Eröffnung der Kunstausstellung / Ort: Wirkbau, Halle C0
20:15 – Musikperformance des Künstlers Jack Dove / Ort: Wirkbau Parkplatz
21:15 – Aftershow / Ort: transit / Reichenhainer Straße 1
Eine Karte ist eine heikle Sache. Sie ist einfach zu manipulieren. Eine kognitive Karte ist umso heikler. Sie repräsentiert unsere Wahrnehmung des Gegebenen. Wenn das Physische jedoch nicht mehr existiert, wird unsere Erinnerung umso wichtiger. So entfalten Mental Maps ihre volle Kraft. Doch um sie sichtbar zu machen, muss über sie gesprochen werden.
Die ukrainischen Künstler:innen Yevgenia Belorusets, Vova Vorotniov und Bohdan Bunchak werden im Gespräch mit Alona Karavai ihre improvisierten Mental Maps diskutieren.
Die Veranstaltung wird malerisch festgehalten von der Künstlerin Lenia Hauser, die in Echtzeit eine mentale Karte rekonstruiert.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
László Moholy-Nagy war ein ungarischer Künstler, Fotograf und Lehrer an der Bauhaus Universität, an der er in den 1930er-Jahren seinen ersten Licht-Raum-Modulator baute und das 21. Jahrhundert als “Jahrhundert des Lichts” ausrief. In der interaktiven Führung mit Kunstvermittlerin Zsófia Puszt lernen wir mehr über die ungarische Avantgarde-Bewegung und spannen den Bogen zu unserer Ausstellung.
Die Führung findet auf Deutsch statt.
In seiner künstlerischen Praxis bedient sich Vova Vorotniov der Sprache von Graffiti, experimentiert mit Vandalismus und lotet damit die Grenzen zwischen Kunst und Nicht-Kunst aus. Eigens für die Pochen Biennale hat er eine ortsspezifische Arbeit entwickelt. Sie steht unter anderem im Fokus unseres Gesprächs mit dem ukrainischen Künstler.
Das Gespräch findet auf Englisch statt.
Während des Krieges sind die Jugendlichen in der Ukraine mit zahlreichen Herausforderungen und Veränderungen im täglichen Leben konfrontiert. Kriegsbedingte Ereignisse haben erhebliche Auswirkungen auf ihr physisches, emotionales und soziales Befinden. Das TVORY!-Netzwerk hilft jungen Menschen, indem es Ressourcen, Räume und Möglichkeiten zur Bewältigung der Herausforderungen bereitstellt, mit denen sie konfrontiert sind. Auf der Pochen Biennale stellt TVORY! seine Arbeitsweise vor.
Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden.
Vergangenheitsbewältigung - oder ihr Scheitern - hat sich in Russland und Deutschland auf dem Rücken der Ukrainer:innen ausgetragen. Bevor sie von einer russischen Rakete getötet wurde, verfasste die Schriftstellerin Victoria Amelina einen Essay über ihre Heimatstadt Lviv, eine Stadt in den ‘Bloodlands’, deren Vergangenheit von menschlichen Gräueltaten heimgesucht wird.
Nicht allein Russland hat sich von der Schuld vergangener Generationen abgewandt. Auch in ihrem eigenen Land wurde geleugnet, dass jemals etwas Schlimmes geschehen war – und das fand sie befremdlich: Ein Zuhause sei nur ein Zuhause, wenn die Geister zum Frühstück eingeladen würden.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Das Stadtbild von Chemnitz als das einstige Karl-Marx-Stadt ist bis heute – insbesondere im Zentrum – von seiner sozialistischen Vergangenheit geprägt. Wie diese Vergangenheit im Heute fortwirkt, welche Spuren sie hinterlassen hat und wie daran im öffentlichen aber auch im privaten Raum erinnert wird, ist Thema des gemeinsamen Rundgangs mit der Kunsthistorikerin Jeannette Brabenetz.
Die Führung findet auf Englisch statt.
Der Zweite Weltkrieg und die verheerenden Angriffe auf Japan haben eine ganze Generation tief traumatisiert. Eine Form, in der sich die Erfahrungen in Bilder und Worte bahnte, waren Manga und Anime. Herausragende Beispiele sind die Filme von Studio Ghibili, allen voran Das wandelnde Schloß, der Kriegserfahrungen, aber auch die Gefahren und das Elend reflektiert. Gemeinsam schauen wir den Film und diskutieren diesen anschließend mit dem Dramaturgen Aljoscha Begrich und Expert:innen aus Deutschland und Japan.
Das Filmscreening findet auf Deutsch statt, der Talk wird auf Englisch sein.
Während des Krieges in der Ukraine wird eine junge Frau mit ihrem humorvollen TikTok-Kanal versehentlich zur Botschafterin und Aufklärerin in diesem gewaltvollen Konflikt.
Wir begleiten sie im Film “FOLLOWING VALERIA” dabei, wie sie aus ihrer ukrainischen Heimatstadt nach Europa flieht und zwischen dem Image einer Geflüchteten und einer Social-Media-Berühmtheit hin- und hergerissen ist.
Eine Kooperation mit dem Filmfestival PERSPEKTIVEN aus Chemnitz, das jungen Menschen das Thema Menschenrechte näherbringt.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
35 Jahre nach der Friedlichen Revolution beschäftigt sich Pochen in einer Kooperation mit dem Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv Chemnitz mit jungen Subkulturen in der DDR. Gemeinsam machen wir Station bei: Jan Kummer und Beate Düber, die zum Quiz einladen, der Karl-Marx-Städter Punkerin Kim Pickenhain, die über ihre Zeit in der DDR und den Umgang der Stasi mit Andersdenkenden spricht, und beim Musiker SKUPPIN, mit dem wir in die Neue Neue Deutsche Welle eintauchen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Anmeldung gerne unter: info@pochen.eu
Expanding Black erforscht die Informationsräume, die während des Angriffskriegs auf die Ukraine in den betroffenen Lufträumen entstanden sind. Die Lecture Performance basiert auf einer akustischen Grundlage von nahezu in Echtzeit abgefangenen (Radio-)Signalen aus dem Krieg, ergänzt durch umfangreiches Archivmaterial.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie Öffentlichkeiten erzeugt und gestaltet werden.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Im Rahmen des Projekts ost in space erzählt die Künstlerin Anna Schimkat in Zusammenarbeit mit dem Heimatkundlichen Verein Thalheim über ihre klangkünstlerische Recherchearbeit "MACHT EUCH AUF DIE SOCKEN / Timeless Movement in Socks". Darin beschäftigt sie sich mit der Strumpfindustrie im Erzgebirge und der Auswanderung nach Nordamerika.
ost in space ist ein künstlerisches Forschungsprogramm im Erzgebirge und untersucht 2024, wie regionale Traditionen bewahrt, transformiert und exportiert wurden.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Nachts im Museum: An diesem Abend verschwimmen die Grenzen von Kunst, Musik und Nachtleben. Zu den Sounds von radio 410 könnt ihr euch durch die Ausstellung bewegen und die gezeigten Arbeiten auf neue Weise erkunden. Wer nach dem Kunstgenuss noch Lust hat, weiterzuziehen, ist an diesem Abend gleich um die Ecke im transit ganz richtig - bei der Veranstaltung “Back to the Roots”.
Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden - über sich als „Ostfrauen“, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen. Ihr kürzlich in Buchform erschienenes Gespräch stellen sie auf der Pochen Biennale vor und tauschen sich mit der Journalistin Julia Korbik aus.
Präsentiert von der Veranstaltungsreihe: „Feminismus denken, Feminismus leben“ des Kulturhaus Arthur und Julia Korbik. In Kooperation mit Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
An die Ecken, Bänke und Parks, die Pflaster für Zeit sind, die vergeht. Über Augenringe, silberne Sneaker, Farbflecken auf Baggy Jeans und Kassettenradios. Eine Momentaufnahme einer Generation, die keinen Bock aufs Verlorensein hat und weit weg von verloren ist. Portrait einer alternativen Jugendkultur im modernen Ostdeutschland: Hip-Hop, Dark Wave, Skaten, Graffiti.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Wir beleuchten unter anderem mit den Wissenschaftlerinnen Maria Fedoruk und Iryna Kovalenko die weitreichenden Folgen des Krieges in der Ukraine für Umwelt und Klima. Außerdem werfen die Podiumsteilnehmer:innen einen Blick auf zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema, um ein ganzheitliches Bild der Krise und ihrer kulturellen Resonanz zu zeichnen. There is no future, without nature. Moderiert von Marharyta Zhenchuk.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Die polnische Zivilgesellschaft gilt im ostmitteleuropäischen Vergleich als rebellisch. Anfang der 1980er-Jahre brach die Solidarność das Parteimonopol und stellte 1989 den ersten demokratischen Premierminister im „Ostblock“. Der folgende Dominoeffekt führte zum Zerfall der Sowjetunion.
Unter der PiS-Regierung trugen Bürger:innen durch Protest und Selbstorganisation zur demokratischen Erneuerung bei. Ist die polnische Zivilgesellschaft wieder ein Vorbild im Kampf gegen Autoritarismus? Darüber sprechen wiss. Mitarbeiter des EFBI der Universität Leipzig Piotr Kocyba, Künstlerin Renata Kaminska und Kuratorin Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Mit dem Erstarken rechtsextremer und -populistischer Vereinigungen und Parteien, vor allem in Ostdeutschland, hat sich Antisemitismus weiter drastisch normalisiert. Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich zugleich deutschlandweit das Kunst- und Kulturfeld als ein Aushandlungsort für israelbezogenen Antisemitismus etabliert. Auf dem Podium diskutieren Leon Kahane, Hanna Veiler und Vladimir Shikman mit der Kunsthistorikerin Mira Anneli Naß darüber, wie Kunst dazu beitragen kann, aktuelle Erfahrungen und Perspektiven jüdischen Lebens, besonders in Ostdeutschland, sichtbar zu machen und zu vermitteln.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Es spielt: Bühne für Menschenrechte
Die NSU-MONOLOGE sind dokumentarisches, wortgetreues Theater und erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU. Aus Interviews, Gerichtsprotokollen, öffentlichen Reden und Materialien liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.
Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Pilotvorhaben für ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Sachsen (PilotDZ).
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt. Es wird englische und türkische Übertitel geben.
2025 wird das Pilotvorhaben für ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Sachsen (PilotDZ) in Chemnitz eröffnet. Zentral ist die Aufarbeitung des Rechtsterrorismus durch den NSU und die Stärkung der Betroffenen von rechter Gewalt. Von den zukünftigen Räumlichkeiten des PilotDZ aus startend, laufen wir zum Wirkbau und geben Einblicke in die Geschichte des NSU-Komplexes und seine Auswirkungen auf die Chemnitzer Gesellschaft.
Die Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden.
Das Stadtbild von Chemnitz als das einstige Karl-Marx-Stadt ist bis heute – insbesondere im Zentrum – von seiner sozialistischen Vergangenheit geprägt. Wie diese Vergangenheit im Heute fortwirkt, welche Spuren sie hinterlassen hat und wie daran im öffentlichen aber auch im privaten Raum erinnert wird, ist Thema des gemeinsamen Rundgangs mit der Kunsthistorikerin Jeannette Brabenetz.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Die aktuelle Inszenierung atmen/ ka:putt ? am Figurentheater Chemnitz untersucht in der Regie von Julika Mayer die physische Präsenz und fragile Gegenständlichkeit von Dingen und entblättert dabei ihre Kraft: zart, stark, schmächtig, zerbrechlich, hauchdünn, haarscharf, fein - sein. Gemeinsam lassen wir Dinge zusammenfallen, wachsen oder an der Seite stehen und spielen mit Objekten, Körpern, Raumnahme und Zuständen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Das Spektakel Kollektiv Chemnitz organisiert in der Stadt und Umgebung Veranstaltungen rund um junge Literatur und das gesprochene Wort. Zur Pochen Biennale laden sie Poet:innen aus ganz Deutschland ein, welche die diesjährige Ausstellung thematisch mit selbstgeschriebenen Texten begleiten und um weitere Perspektiven erweitern.
Abendkasse:
Ermäßigter Eintritt: 8-10€
Regulärer Eintritt: 10-12€
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Die Künstlerin Marisa Satsia sieht den menschlichen Körper als Open Source Lab für Moleküle und Medizin. In ihrem Workshop „Meta[fluidic] gems: Tränensalzbonbons“ spricht sie mit euch über Körperflüssigkeiten, Trauer und schmerzlindernde Rituale. Gemeinsam erforschen wir die Materialität von Tränen und stellen eigene Tränensalzbonbons her.
Die Arbeit wurde im Rahmen der EMAP Artist Residency am Kersnikova Institute realisiert und von der EU kofinanziert. Die Präsentation auf der Pochen Biennale wird kofinanziert durch das WRO Art Center.
Anmeldung unter info@pochen.eu
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
In lockerer Atmosphäre sprechen die Gastgeber:innen Gabi Reinhardt und René Szymanski mit der Nazi-Parolen entfernenden Aktivistin Irmela Mensah-Schramm über Persönliches, einen besonderen Beruf und wie es ist, als Frau in diesem Bereich tätig zu sein. Ein bisschen Glitzer und Show, viel echtes Begegnen und gute Unterhaltung! Sie freuen sich diesmal auf eine Frau, die mit brenzligen Situationen umgehen kann…
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Wir gehen gemeinsam mit der Kulturwissenschaftlerin und Museumsdirektorin des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig Uta Bretschneider und der Medienkunstexpertin Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka durch die Pochen Ausstellung. Seid mit dabei, lernt ihre Perspektiven auf die diesjährigen Arbeiten kennen und kommt mit ihnen ins Gespräch - direkt in der Ausstellung oder im weiteren Verlauf des Nachmittags.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Am letzten Abend des Festivals laden Pochen und die Künstlerin Paula Erstmann vom Bündnis Feuer & Flamme gemeinsam an die Feuerschale. Wir werfen unsere Wünsche ins Feuer und lassen sie vom Rauch in den Himmel tragen. Wir braten, kochen, garen im Feuer, wärmen uns an diesem kühlen Oktoberabend und verdauen die vergangenen vier Biennale-Wochen gemeinsam.
Die Veranstaltungen findet auf Deutsch statt.




